Absatzzahlen 2013

Wärmepumpen-Markt trotzt hohen Strompreisen

27. Januar 2014

Die gemeinsame Branchenstatistik des Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V. und des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) weist für 2013 stabile Absatzzahlen für Wärmepumpen aus. Der Trend zur Luft/Wasser-Wärmepumpe ist ungebrochen, während die Verkaufszahlen von Erdwärmeanlagen weiter zurückgehen.

Mit 60.000 verkauften Heizungswärmepumpen pendelt sich der Absatz der umweltfreundlichen Heiztechnik mit +0,8 % nahezu auf Vorjahresniveau ein. Hinzu kommen noch 12.100 Warmwasserwärmepumpen, deren Absatz um 13,1 % zulegte. Angesichts der 2013 stark gestiegenen Strompreise zeigt sich BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski mit dem verhaltenen Wachstumskurs zufrieden: „Dass trotz steigender Strompreise mittlerweile in jedem dritten Neubau eine elektrische Wärmepumpe installiert wird, zeigt, dass Bauherren, die bei ihren Investitionsentscheidungen heute schon an den Standard von morgen denken müssen, auf Strom als Leitenergie setzen.“ So habe sich die Technologie bei Niedrigstenergiehäusern mit anspruchsvollen KfW-Klassen innerhalb weniger Jahre zum „Quasi-Standard“ entwickelt. Dieser Effekt werde durch die verschärften primärenergetischen Anforderungen der EnEV 2014 weiter verstärkt, vermutet Stawiarski, zumal ab 2016 auch die längst überfällige Absenkung des Primärenergiefaktors (PEF) auf dann realitätsnahe 1,8 erfolge. „Ein mit Wärmepumpe beheiztes Haus nach aktuellem EnEV-Standard wird dann automatisch auch den verschärften EnEV-Kriterien entsprechen, erläutert Stawiarski.

Mit 60.000 Anlagen zeigt sich der Markt für Heizungswärmepumpen trotz hoher Strompreise stabil und reicht fast wieder an das Boomjahr 2008 heran.

Mit 60.000 Anlagen zeigt sich der Markt für Heizungswärmepumpen trotz hoher Strompreise stabil und reicht fast wieder an das Boomjahr 2008 heran.

Ebenfalls beständig zeigt sich auch der Trend zur Luftwärmepumpe, die ihren Marktanteil mit 38.900 verkauften Exemplaren auf 64,8 % ausbauen konnte. Als Motor dieser Entwicklung manifestiert sich dabei die kompakte und günstige Splitanlage, bei der die Wärmepumpe im Hausinneren installiert und Ventilator und Verdampfer getrennt von der Wärmepumpe außen aufgestellt werden. In diesem Segment fällt das Wachstum mit 18.100 Geräten beziehungsweise 18,3 % Marktzuwachs gegenüber 2012 deutlich höher aus als im Gesamtmarkt für Luftwärmepumpen (+ 4,3 %). Karl-Heinz Stawiarski erklärt diesen Trend mit den immer besseren Dämmstandards von Neubauten: „Der Heizwärmebedarf dieser Häuser ist so gering, dass deren Bauherren sich guten Gewissens für die, wenn auch etwas weniger effiziente, dafür aber in der Anschaffung günstigere Split-Wärmepumpe entscheiden.“

Angesichts der starken Marktentwicklung für Luftwärmepumpen, ging der Anteil erdgekoppelter Systeme am Gesamtmarkt auf einen Anteil von nur noch 35,2 % zurück. Mit insgesamt 21.100 Sole/Wasser- beziehungsweise Wasser/Wasser-Wärmepumpen wurden gegenüber dem Vorjahr -4,9 % weniger erdgekoppelte Wärmepumpen installiert. BWP-Geologe Dr. Martin Sabel begründet diesen Rückgang mit der mangelnden Planungssicherheit, als Folge des notwendigen Genehmigungsprozesses: „In vielen Fällen ist in der entscheidenden Phase der Bauplanung unklar, ob die notwendigen Bohrungen für die Nutzung von Erdwärme überhaupt genehmigt werden und welche Auflagen gegebenenfalls zu erfüllen sind. Damit wird es schwierig, verbindliche Angebote zu kalkulieren, was dem Endkunden schwer zu vermitteln ist. Zudem ist es durch die Schadensfälle im Zusammenhang mit Erdwärmebohrungen zu einem empfindlichen Vertrauensverlust insbesondere in Baden-Württemberg gekommen, auch wenn die Anzahl der Zwischenfälle angesichts der Gesamtzahl der Bohrungen verschwindend gering ist. Inzwischen haben alle Beteiligten hinzugelernt. Durch die gemeinsamen Anstrengungen von Behörden und der Branche konnte das Risiko weiterer Schäden durch Erdwärmesondenbohrungen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Das verbleibende Restrisiko kann durch eine spezielle Versicherungslösung  abgedeckt werden.“

Deutlich verändert haben sich in den letzten fünf Jahren hingegen die Anteile von Luft- bzw. Erdwärmepumpen am Gesamtabsatz. Wurden 2008 noch deutlich mehr erdgekoppelte Systeme verkauft, so lagen 2013 die Luftwärmepumpen mit einem Anteil von 64,8 % deutlich vorn.

Deutlich verändert haben sich in den letzten fünf Jahren hingegen die Anteile von Luft- bzw. Erdwärmepumpen am Gesamtabsatz. Wurden 2008 noch deutlich mehr erdgekoppelte Systeme verkauft, so lagen 2013 die Luftwärmepumpen mit einem Anteil von 64,8 % deutlich vorn.

Die weitere Marktentwicklung hänge laut Stawiarski aber auch davon ab, ob es der Großen Koalition gelinge, den Sanierungsstau in deutschen Heizungskellern aufzulösen. Eine Verdopplung der Sanierungsquote würde nicht nur den Primärenergieverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich senken, sondern auch der Erdwärmebranche wieder Aufwind geben.

Die Nachfrage nach Warmwasserwärmepumpen zieht weiter spürbar an – nicht zuletzt, weil Systeme zur effizienten Trinkwassererwärmung auf Basis von Strom eine geschickte Strategie darstellen, um selbst erzeugten Solarstrom auch ohne teure Batteriespeicher einzulagern.

Die Nachfrage nach Warmwasserwärmepumpen zieht weiter spürbar an – nicht zuletzt, weil Systeme zur effizienten Trinkwassererwärmung auf Basis von Strom eine geschickte Strategie darstellen, um selbst erzeugten Solarstrom auch ohne teure Batteriespeicher einzulagern.

Hingegen scheinen sich Warmwasserwärmepumpen zu einem weiteren Verkaufsschlager zu entwickeln: Rund 12.100 Stück wurden im vergangenen Jahr in Deutschland installiert. Dies geschehe oftmals zusammen mit einer Fotovoltaikanlage, vermutet Karl-Heinz Stawiarski. Denn das „kongeniale Dreamteam“ sei eine geschickte Strategie, selbst erzeugten Solarstrom auch ohne teure Batteriespeicher einzulagern: „Angesichts steigender Strompreise und sinkender Einspeisevergütung ist die Optimierung des Eigenverbrauchs für viele Betreiber von privaten Solaranlagen das Gebot der Stunde. Mit einer Warmwasserwärmepumpe können sie bis zu 90 % des Warmwasserbedarfs ihres Haushalts mit selbst erzeugtem Solarstrom decken.“ Die thermische Speicherung („Power-to-Heat“) werde auch mittelfristig das am besten erprobte und mit Abstand günstigste System zur zeitversetzen Nutzung solarer Erträge bleiben, zeigt sich der Experte überzeugt.

Sorge bereiten der Branche allerdings die Pläne von Energieminister Sigmar Gabriel, die EEG-Umlage auf selbstverbrauchten Strom auszudehnen. Auch wenn die meisten Eigenheimbesitzer unter die angedachte Bagatellgrenze fallen, appelliert Stawiarski an die Bundesregierung: „PV-Eigennutzung ist ein Erfolgsmodell im Sinne der Energiewende, der Verbraucher und der Unternehmen. Dieses darf auf keinen Fall gefährdet werden.‘“

www.waermepumpe.de