Frank Heuberger (oben) präsentierte den 42 anwesenden Mitgliedern die Chancen eines Beitritts zum ZVKKW. Werner Rolles (unten) erläuterte die neue 3-Säulen-Struktur.
Zuvor hatte Bundesinnungsmeister Frank Heuberger die BIV-Mitglieder zu einer grundsätzlich positiven Einstellung dem neuen Zentralverband gegenüber aufgefordert und noch einmal einen kurzen Abriss zum Zweck und den Vorteilen des ZVKKW für das Kälte-Klima-Handwerk gegeben. Die Leitidee laute: „Wir wollen der Kälte-Klima-Wärmepumpen-Branche ein höheres Gewicht verleihen und die eigene Kompetenz erhöhen sowie mit einer stimme politisches Gehör und positives Image in der Öffentlichkeit verschaffen.“ Und in Anspielung auf die gerade verklungenen Feierlichkeiten zu 20 Jahren deutsche Wiedervereinigung verglich Heuberger die branchenübergreifende Zusammenarbeit im ZVKKW so dar: „Während andere Mauern bauen, wollen wir Brücken bauen!“
Zur Positionierung des BIV im ZVKKW stellte Heuberger die Wahrung der Interessen der Fachgruppe „Handwerk“ im neuen Zentralverband in den Vordergrund. Der BIV sei auch für die Fortsetzung und Weiterführung der berufständischen und handwerksrechtlichen Aufgaben im ZVKKW zuständig. Darüber hinaus wolle er für die Sicherung und Akzeptanz des ZVKKW speziell in den Innungen, aber auch allgemein im Handwerk sorgen. Alle Leistungen des BIV blieben den Mitgliedern auch in Zukunft erhalten – und dies ohne Erhöhung der Kosten, versicherte Heuberger. Außerdem profitiere das Handwerk von zusätzlichen Leistungen aus dem ZVKKW.
ZVKKW-Präsident Werner Rolles betonte nochmals die Notwendigkeit einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit und der politischen Lobbyarbeit: „Das Wesen des ZVKKW ist ein Novum.“ Bedingt durch Klimawandel und die rechtlichen und faktischen Konsequnzen der CO2-Diskussion werde es in zehn Jahren keine herkömmliche Heiz- und Klimatechnik mehr geben, so Rolles weiter. Er wies auch darauf hin, dass zu viele Branchenverbände in der jüngsten Vergangenheit einfach so per Federstrich und Satzungsänderung die Klimatechnik für sich vereinnahmt hätten. Umso wichtiger sei es jetzt, das sich alle Beteiligten der Kälte-Klima-Wärmepumpen-Branche für ihr ureigenstes Fachgebiet verstärkt und konsequent einsetzen.
Neue 3-Säulenstruktur gibt Handwerk mehr Gewicht
Werner Rolles präsentierte den BIV-Delegierten zudem eine neue Struktur des ZVKKW. Nachdem die ursprüngliche Struktur, die noch auf sechs Säulen basierte (Handwerk, Industrie/Handel Kältetechnik, Industrie/Handel Klimatechnik, Wärmepumpen, Betreiber und Bildung/Wissenschaft beruhte (siehe auch KI 4/2009), zu Missverständnissen bezüglich der Gewichtung des Handwerks im neuen Zentralverband geführt hatte, sieht die künftige Struktur wie folgt aus: Statt sechs gibt es nur noch drei Säulen: Handwerk – Industrie und Handel (für alle drei Technikbereiche Kälte/Klima/Wärmepumpen) – Betreiber/Wissenschaft/Bildung. Während Handwerk und Industrie/Handel mit jeweils vier Vertretern in der neuen, zehnköpfigen Mitgliederversammlung präsent seien, sind die Betreiber und die Bereiche Bildung/Wissenschaft mit insgesamt zwei Vertretern präsent. Ins dreiköpfige ZVKKW-Präsidium, bestehend aus dem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten, seien grundsätzlich immer je ein Vertreter des Handwerks und des Bereichs Industrie/Handel zu wählen. Die dritte Person könne frei aus allen anderen Bereichen gewählt werden. Das Handwerk sei somit im neuen Zentralverband adäquat vertreten.
Weiteres „Friedensangebot“ an den VDKF
In Anspielung auf die kürzliche Absage des VDKF an eine Mitarbeit im ZVKKW (Stichwort: „Offene Briefe“) bezeichnete Rolles die Integration des VDKF als „bisher schwieiges Terrain“. Die „Weltanschauungen“ zwischen VDKF und ZVKKW seien einfach zu unterschiedlich. „Eine Einheit der Religionen ist hier nicht möglich“, so Rolles. Dennoch sieht der ZVKKW-Präsident eine Möglichkeit, „die Zusammenarbeit zu harmonisieren und zu regeln.“ Rolles schlägt vor, einen „Letter of Intend“ zu verabschieden, nachdem beide Seiten formuliert hätten, was sie wollen und was nicht. Diese Positionen sollten dann in „ethischen Grundsätzen“ münden, die es beispielsweise beiden Seiten zur Pflicht machten, nicht mehr negativ über die andere Seite zu reden oder schreiben. Dieses Grundsatzpapier könne beispielsweise anlässlich der ersten Mitgliederversammlung des ZVKKW im März kommenden Jahres verabschiedet resp. präsentiert werden. VDKF-Verwaltungsratssprecher Wolfgang Zaremski, der als Gast der Veranstaltung zugegen war, betonte darauf hin, dass der VDKF nicht grundsätzlich gegen eine Zusammenarbeit mit dem BIV oder dem ZVKKW sei. Man müsse wieder miteinander reden, so Zaremski. (SI)
13.11.2009 - KI