Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Änderungen in der neuen Richtlinie 2014

11. Februar 2014

Seit dem Herbst 2008 fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) Effizienzmaßnahmen an Klima- und Kälteanlagen. Die bislang geltende Richtlinie wurde nunmehr grundlegend überarbeitet und das Förderverfahren stark vereinfacht.

Dr. Arnold Wallraff ist seit 2007 Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Dr. Arnold Wallraff ist seit 2007 Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Ab dem 1. Januar 2014 wurde der Bereich der förderfähigen Anlagen ausgeweitet. Die wesentlichen Inhalte sind im Folgenden stichpunktartig zusammengefasst.

 

Wesentliche Neuerung in der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen in Unternehmen:

•          Die Förderung von Sorptionskälteanlagen ist nunmehr ein eigenständiges Fördermerkmal.

•          Die maximale Förderung wurde geändert. Möglich sind nunmehr bis zu 100.000 Euro in der Basisförderung und (ggf. zusätzlich) bis zu 50.000 Euro in der Bonusförderung.

•          Die Fördersätze der Bonusförderung unterscheiden sich nach Wärmeübertrager und Wärmepumpen, hier differenziert in Abhängigkeit von der Treibhauswirksamkeit des Kältemittels (GWP).

•          Es wurden Ober- und Untergrenzen für die Größe der Anlagen eingeführt: Für Kompressionsanlagen anhand der Leistungsaufnahme für den/die Verdichter und für Sorptionsanlagen anhand der Kälteleistung.

So werden

•          Kompressions-Kälteanlagen mit 5 bis 150 kW elektrischer Leistungsaufnahme

•          Kompressions-Klimaanlagen mit 10 bis 150 kW elektrischer Leistungsaufnahme und

•          Sorptionsanlagen mit 5 bis 500 kW Kälteleistung

gefördert. Voraussetzung für die Förderung von Sorptionskälteanlagen ist, dass die Wärme aus KWK-Anlagen stammt oder Abwärme genutzt wird. Außerdem darf der Leistungsbedarf aller elektrisch angetriebenen Zusatzverbraucher mit Ausnahme der Kaltwasserverteilung 10 % der bereitgestellten Kälteleistung nicht übersteigen. Der Jahresenergieverbrauch ist für die Förderzusage nicht mehr maßgebend, jedoch weiterhin im Rahmen des Monitorings erforderlich.

•          Anstelle einer Berechnung des Energieminderungspotenzials bei Bestandsanlagen wird nunmehr für die zu sanierenden Bestands- beziehungsweise Neuanlagen die Energieeffizienz der Gesamtanlage an Hand der verwendeten Komponenten bestimmt. Für die Systemgruppen Verdichter, Verflüssiger/Gaskühler, Verdampfer, Regelung/Steuerung sowie Gesamtsystem sind dazu jeweils die erreichbare Maximalpunktzahl sowie für die in Frage kommenden Baugruppen die gewichteten Effizienzpunkte im Formblatt „Datenerhebung und Bewertung“ vorgegeben. Die Aufsummierung der Punkte für die verwendeten Baugruppen muss bezogen auf die Maximalpunktzahl mindestens 85 % bei Bestands- bzw. 95 % der bei Neuanlagen erreichen.

Damit soll sichergestellt werden, dass die geförderten Kälteanlagen nach dem derzeitigen Stand der Technik errichtet werden und das Energieeinsparpotenzial weitestgehend ausgeschöpft wird.

•          Für die sanierte Bestands- beziehungsweise Neuanlage wird vom BAFA ein Kälteanlagen-Energieeffizienz-Ausweis erteilt. Er ist an geeigneter Stelle für den Publikumsverkehr sichtbar auszuhängen.

•          TEWI-Berechnungen sind nicht mehr erforderlich.

•          Die Fördersummenberechnung wird prinzipiell beibehalten und orientiert sich an den Nettosummen der förderfähigen Kälteanlagenkomponenten. Förderfähig sind alle Komponenten und Systeme des Kältemittelkreislaufes sowie Kühlmittelleitungen für Wasser und Sole. Es bestehen unterschiedliche Fördersätze für Neuanlagen und sanierte Anlagen in Abhängigkeit des verwendeten Kältemittels.

Nicht förderfähig sind gebrauchte Komponenten oder Versuchsanlagen. Beratungsleistungen sind weiterhin eigenständig förderbar.

Der vollständige Richtlinientext erscheint im Bundesanzeiger sowie vorab auf der Website des BAFA unter Publikationen.

www.bafa.de