Strompreise in Deutschland nicht mehr nachvollziehbar

30. August 2006

„Die Preistreiberei der vier marktbeherrschenden Stromkonzerne ist für Privatverbraucher, Handwerk und Industrie unerträglich geworden. Das Energierecht hat versagt, denn es kann dem Preisauftrieb offensichtlich keinen Einhalt gebieten.“ Das sagten der Vorsitzende des Verbands der Energieverbraucher Dr. Aribert Peters und der Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Affinerie AG (NA) Dr. Werner Marnette. Weder Privatverbraucher noch Handwerk oder Industrie könnten mit den in Deutschland willkürlich hochgetriebenen Strompreisen leben. Die Strompreise in Deutschland sind nach wie vor für alle Energieverbraucher auf einem extrem hohen Niveau. „So müssen die deutschen Haushaltskunden je nach Verbrauchsmenge durchschnittlich zwischen 7 und 2,4 Cent pro kWh mehr bezahlen als ihre europäischen Nachbarn“, berichtete Peters. Damit liege Deutschland gegenüber dem EU-Schnitt bei den Privatkunden um 5 Cent zu hoch. Peters empfahl, die Preise um genau diesen Betrag zu kürzen. „Für uns als industrielle Großverbraucher ist die Lage in Deutschland untragbar geworden“, sagte Marnette. „Die in der Bundesrepublik verlangten Strompreise liegen um mehr als 2 Cent pro kWh über dem europäischen Durchschnitt. Die Abwanderung der energieintensiven Betriebe verläuft schleichend. Mit dieser Abwanderung wird aber auch die Basis zur Weiterverarbeitung von Metallen und Chemikalien Deutschland entzogen“, ergänzte der NA- Vorstandsvorsitzende. Die Hochpreispolitik der Stromkonzerne mindere also nicht nur den verfügbaren Konsum von Millionen privater Haushalte, sondern sie greife auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen und damit den Standort Deutschland an.