Intersolar Award 2015

Projekt zur solaren Gebäudeklimatisierung ausgezeichnet

11. Juni 2015

Zum Start der Messe Intersolar Europe in München wurden besonders wegweisende Lösungen in den Bereichen „Photovoltaik“ (PV) und „Solare Projekte in Europa“ mit dem Intersolar Award prämiert. Ausgezeichnet wurden u.a. eine Lösung zur dezentralen Versorgung sowie ein Projekt zur solaren Gebäudeklimatisierung.

Die Auszeichnungen wurden zum achten Mal im Rahmen eines offiziellen Festakts auf der Neuheitenbörse der Intersolar Europe vergeben.

Die Auszeichnungen wurden zum achten Mal im Rahmen eines offiziellen Festakts auf der Neuheitenbörse der Intersolar Europe vergeben.

Verliehen wurde die mittlerweile zum achten Mal vergebene Auszeichnung im Rahmen eines offiziellen Festakts auf der Neuheitenbörse der Intersolar Europe, die noch bis zum 12. Juni auf der Messe München stattfindet. Die ausstellenden Unternehmen aller Intersolar Messen weltweit waren aufgerufen, die Jury mit herausragenden Innovationen zu überzeugen. Voraussetzung für die Bewerbung war, dass sich die eingereichten Produkte, Projekte, Dienstleistungen und Lösungen bereits in der Erprobungs- oder Anwendungsphase befinden und darüber hinaus erstmals auf der Intersolar vorgestellt werden oder bedeutsame Weiterentwicklungen bestehender Produkte darstellen. Zudem mussten die solaren Projekte innerhalb der vergangenen beiden Jahre vollständig realisiert worden sein. Die Bewertungskriterien orientierten sich dabei an den Herausforderungen des Marktes. Begutachtet wurden technologischer Innovationsgrad, Nutzen für Industrie, Umwelt und Gesellschaft, die Wirtschaftlichkeit sowie der Nachweis der Innovation.

Gewinner der Kategorie „Solare Projekte in Europa“

Als mutige Pioniertat, die eine dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien ermöglicht, würdigte die Jury das von der IBC Solar AG vorgestellte Projekt „EnFa – Die Energiefabrik“, das einen weiteren Schritt auf dem Weg zum stromnetzautarken Gewerbebetrieb darstellt. Das 2014 in Neuenstadt am Kocher errichtete Gebäude erzeugt die gesamte für Heizung, Kühlung, E-Mobility und Stromverbrauch benötigte Energie selbst. Zur Lastabdeckung in ertragsarmen Monaten wird lediglich Biogas bezogen. Möglich macht dies ein intelligentes Energiemanagement, das Photovoltaik, Stromspeicher, Blockheizkraftwerk und Wärmepumpen integriert. „EnFa“ beweist, dass in Deutschland eine dezentrale, rein auf erneuerbaren Energien basierende Versorgung möglich ist, unterbrechungsfrei, mit stabilem lokalem Netz und zu niedrigen Kosten. Aus Sicht der Jury eine preiswürdige Lösung, deren vielfältige Flexibilitätsoptionen künftig auch dem Verteilnetz oder der Nachbarschaft bereitgestellt werden sollten.

Außerdem erhält ein Konsortium den Intersolar Award für ein Solarkollektor-Feld mit Plasma-Technologie zur Dampferzeugung. Die Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG, die Ritter XL Solar GmbH, das Fraunhofer-Institut UMSICHT sowie die GEA Wiegand GmbH und die Uni Karlsruhe haben in enger Zusammenarbeit dieses anspruchsvolle Projekt realisiert. Das Projekt zur solaren Gebäudeklimatisierung hat die Jury des Intersolar AWARD mit seinem Solarkollektor-Feld mit Plasma-Technologie zur Dampferzeugung überzeugt, weil es die effektive Kombination verschiedener Neuentwicklungen zeigt. Als zentrale Komponente wird ein hocheffizienter Vakuumröhrenkollektor eingesetzt. Durch eine spezielle Antireflex-Beschichtung erzielt der Kollektor selbst bei Temperaturen zwischen 100 °C und 150 °C noch beachtliche Wirkungsgrade. Zudem kommt eine projektspezifisch angepasste Dampfstrahlkältemaschine mit einer Kälteleistung von 80 kW zum Einsatz. Ergänzt wird die Lösung durch einen eigens entwickelten Wärme- und Kältespeicher, der weitgehend konstante Betriebsbedingungen ermöglicht. Das Solarthermie-System belegt eindrucksvoll, dass es auch unter deutschen Witterungsbedingungen möglich ist, Klimakälte per Solarenergie effektiv, kostengünstig und umweltfreundlich bereitzustellen.

Einen Intersolar Award gab es auch für ein „Aktiv-Stadthaus“ in Frankfurt, das einen Energieüberschuss erzeugt. Im Frankfurter Gutleutviertel ist eines der innovativsten Geschosswohngebäude Europas entstanden: Das mit Beteiligung der solarnova Deutschland GmbH realisierte Mehrfamilienhaus gewinnt mehr Energie als die Bewohner der 75 Wohnungen verbrauchen. Passive Effizienz durch Dämmung und aktive Energiegewinnung werden in diesem Effizienzhaus Plus optimal kombiniert. Richtungsweisend an diesem Konzept ist, dass schon bei der Planung der Energiebedarf der Nutzer sowie die städteplanerische Einbindung berücksichtigt wurden. „Das Aktiv-Stadthaus macht deutlich, dass die Energieeffizienz-Richtlinie der EU für das Jahr 2020 zu schaffen ist“, begründet die Jury die Auszeichnung des Projekts mit dem Intersolar Award.

Auf der Intersolar Europe präsentieren mehr als 1.000 Aussteller ihre Produkte, Lösungen und Dienstleistungen. Auf rund 72.000 m² Ausstellungsfläche in acht Messehallen und auf dem Freigelände werden in diesem Jahr 40.000 Besucher erwartet. Parallel zur Intersolar Europe findet die ees Europe statt, die internationale Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme.

www.intersolar.de