Heinz-Piest-Institut: Aktuelle Studie zur Chemikalienklimaschutzverordnung

19. März 2009

Das Heinz-Piest-Institut (HPI) hat eine Studie zur Anwendung der Sachkunderegelungen nach der Chemikalienklimaschutzverordnung erarbeitet. Damit steht ab sofort in Abstimmung mit dem BMU eine fundierte Arbeitshilfe für die Handwerkskammern und betroffenen Fachverbände zur Verfügung. Mit dieser Studie ist klargestellt, so der Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV), dass nur der Kälteanlagenbauer/Mechatroniker für Kältetechnik aufgrund seiner Ausbildung die Sachkunde nach Chemikalienklimaschutzverordnung (§5) nachgewiesen hat. Bei allen anderen Ausbildungsberufen ist eine Prüfung erforderlich. Dabei sieht das HPI einen Lehrgang von mindestens 240 Stunden vor (s. Seite 40 der Studie).

Ziel der Studie war es, die durch die Verordnung betroffenen Berufe zu eruieren und die Aus- und Weiterbildungsverordnungen dieser Berufe daraufhin zu überprüfen, inwieweit sie die Anforderungen der Chemikalienklimaschutzverordnung bereits abdecken. Für alle handwerklichen Ausbildungsberufe, die den Mindestanforderungen nur teilweise genügen, wurden entsprechend den Durchführungsverordnungen die zusätzlich notwendigen Inhalte definiert – unterschieden nach Bereichen, die praktisch und theoretisch geprüft werden müssen.

Parallel dazu wurde auf der Basis der Mindestanforderungen ein kompletter Prüfkatalog zum Erlangen des Sachkundenachweises zusammengestellt, der insbesondere auch dem Wandel der Ausbildungen (Zeitpunkt der Ausbildung, geltende Ausbildungsordnung) gerecht wird. Da sich das Handwerk durch eine Vielzahl spezifischer Fort- und Weiterbildungsangebote auszeichnet, wurden diese in vertretbarem Umfang berücksichtigt. Der Prüfkatalog wurde mit den betroffenen Fachverbänden des Handwerks abgestimmt.

Darüber hinaus beinhaltet die Studie Empfehlungen zu Zertifizierungsmaßnahmen und Prüfungen. Im Rahmen einer Präsentation des HPI beim BMU wurden seitens des ZDH außerdem weitere noch offene Fragen thematisiert (z.B. die Anerkennung gleichwertiger Berufsqualifikationen für Personen, die auf der Basis einer Ausnahmebewilligung nach HWO tätig sind, etc). Seitens der Arbeitsgruppe der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Chemikaliensicherheit (BLAC), die den Themenkomplex „Zertifizierung durch die zuständigen Landesbehörden“ koordiniert, wurde zugesagt, dass eine bundesweit einheitliche Verfahrensweise angestrebt wird.

Die Studie des Heinz-Piest-Instituts zur Chemikalienklimaschutzverordnung kann unter www.zdh.de/wirtschaft-und-umwelt/umweltpolitik-nachhaltigkeit/chemikalienklimaschutz-verordnung.html abgerufen werden. Die Ergebnisse wurden zwischenzeitlich auch mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie dem Umweltbundesamt abgestimmt. (SI)