Wärmetagung

Wärmepumpenlösungen für Siedlungen und Quartiere

28. September 2017

Auf der diesjährigen Wärmetagung des Bundesverbandes Wärmepumpe diskutierten über 80 Experten aus Politik, Industrie, Verwaltung und Handwerk über Möglichkeiten und Hindernisse von Nahwärmenetzen und über bereits realisierte Projekte in Europa und insbesondere in Deutschland.

Die Veranstalter und Gastgeber der Wärmepumpentagung 2017 (v.l.n.r.): Stephan Peterhans (Geschäftsführer Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz), Richard Freimüller (Präsident Wärmepumpen Austria), Achim Südmeier (Vertriebsvorstand Rhein Energie AG), Paul Waning (Vorstandsvorsitzender BWP e.V.)

Die Veranstalter und Gastgeber der Wärmepumpentagung 2017 (v.l.n.r.): Stephan Peterhans (Geschäftsführer Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz), Richard Freimüller (Präsident Wärmepumpen Austria), Achim Südmeier (Vertriebsvorstand Rhein Energie AG), Paul Waning (Vorstandsvorsitzender BWP e.V.)

„Gerade Kommunen, Projektentwickler, Stadtwerke und andere Energieversorger haben bei der Errichtung oder Modernisierung von Quartieren und Siedlungen die Chance, den Klimaschutz massiv voranzutreiben – und ganz nebenbei zukunftsfähige Geschäftsmodelle mit langfristigen Kundenbeziehungen zu etablieren“, erklärte Paul Waning auf der Veranstaltung in Köln.
Für Wärmepumpenlösungen in Siedlungen und Quartieren stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Bei der klassischen Nahwärme wird die gewonnene Wärme mittels Großwärmepumpe zentral auf das benötigte Temperaturniveau gehoben und dann mittels Übergabestationen in die Heizsysteme der Häuser eingespeist. Die Temperaturen im Nahwärmenetz sind daher entsprechend hoch. Bei dieser Lösung steht im Gebäude selbst keine Wärmepumpe.
Eine Alternative ist die sogenannte kalte Nahwärme. Dabei wird die Wärme in das Netz gespeist und erst im Gebäude von einer Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau gebracht. Die Wärmepumpe ersetzt bei diesem Konzept die Übergabestation. So können die Systemtemperaturen des Netzes niedrig gehalten werden.
Wärmeverluste lassen sich auf diese Weise vermeiden und eine hohe Systemeffizienz wird sichergestellt. In einigen Stadtbezirken werden auf diese Weise auch Neubaugebiete mit Bestandsquartieren verknüpft. Dabei gibt es eine Vielzahl denkbarer Wärmequellen: Erdwärme, gewonnen durch Sonden oder Kollektoren, Grundwasser, das über Brunnen nutzbar gemacht wird, Abwärme von Kühlanlagen, Industriebetrieben, Rechenzentren o. ä., Abwasser, das mit konstant hohen Temperaturen durch die Kanalisation fließt, Solarthermie, insbesondere große Freiflächenanlagen sowie Bioenergie‐ oder KWK‐Anlagen.

Infografik Heizsysteme im Vergleich: fossile Fernwärme, Nahwärme mit Großwärmepumpe, kalte Nahwärme mit Wärmepumpen

Infografik Heizsysteme im Vergleich: fossile Fernwärme, Nahwärme mit Großwärmepumpe, kalte Nahwärme mit Wärmepumpen

Der Einsatz von Wärmepumpen in Wärmenetzen, Quartieren und Siedlungen sowie in Industrie und Gewerbeprojekten ist ein entscheidender Baustein, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung und Europas zu erreichen. Das Pariser Klimaschutzabkommen erfordert es, den Wärmesektor bis 2050 CO2‐frei zu machen. Bund, Länder und Kommunen, Stadtwerke und Gewerbetreibende müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen und Akzente setzen. Zahlreiche Referenzprojekte zeigen, dass der Kombination unterschiedlicher Wärmequellen (Erdwärme, Grundwasser, Abwärme) und der Einbindung weiterer Energie‐ und Wärmeerzeuger (KWK, PV, Solarthermie) kaum Grenzen gesetzt sind.
Mit der Förderung von „Modellvor-haben Wärmenetzsysteme 4.0“ wird seit dem 1. Juli 2017 erstmals eine systemische Förderung im Bereich der Wärmeinfrastruktur eingeführt. Damit sollen zukunftsfähige Wärmenetzsysteme gefördert werden, die den langfristigen Zielen der Energiewende besonders entsprechen. Gefördert werden sowohl Machbarkeitsstudien als die Realisierung konkreter Projekte. Dabei kann es sich sowohl um den Neubau eines Netzes als auch um die Transformation bestehender (Teil‐)Netze handeln. Die zuständige Behörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA, www.bafa.de).
www.waermepumpe.de