2. Fachgespräch TGA der caverion GmbH in Frankfurt

25. Mai 2007

Gemeinsam mit rund 50 Gästen veranstaltete die caverion GmbH, Stuttgart, am 8. und 9. Mai 2007 ihr „2. Fachgespräch TGA“. Nach der erfolgreichen Premiere des Events im September 2006 im Porsche-Werk Leipzig hatte die caverion-Führung dieses Mal Partner und Kunden aus Planungsbüros, Wirtschaft und Industrie ins Lufthansa Flight Training Center nach Frankfurt eingeladen.

Nach Begrüßungsworten von Steffen Pfund, Vorsitzender der caverion-Geschäftsführung, und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Alexander von Witzleben (Jenoptik), berichtete Dr.-Ing. Klaus Hermsdorf, caverion-Geschäftsführer Technik/Vertrieb, über die jüngere Entwicklung des Unternehmens, dessen Schwerpunkte und erläuterte auch die Firmenziele für die kommenden Jahre.

Die caverion GmbH ist im Frühjahr 2007 durch eine Neufirmierung aus der ehemaligen M+W Zander Gebäudetechnik GmbH hervorgegangen und zählt mit 1.650 Mitarbeitern und einem Umsatz von 435 Millionen Euro (2006) zu den führenden Unternehmen im gebäudetechnischen Anlagenbau. Gesellschafter sind die Geschäftsführer Steffen Pfund, Dr. Klaus Hermsdorf und Robert Funcke (insgesamt 61 %), die Jenoptik AG (25,1 %) und die TEMCO Holding (13,9 %). „Damit sind wir in der deutschen Gebäudetechnik das größte, mehrheitlich im Privatbesitz befindliche Unternehmen“, so Dr. Hermsdorf. Dipl.-Ing.

Martin Schlegel, Generalbevollmächtigter der IFM der Fraport AG, stellte den Gästen unter dem Titel „Ausbauen bei laufendem Betrieb – Die Anforderungen der Fraport an ihre Auftragnehmer“ den Frankfurter Flughafen vor. Der IFM obliegt als Dienstleister für mehr als 500 am Airport tätige Fluggesellschaften und weitere Firmen mit insgesamt 68.000 Mitarbeitern sowohl die Sicherstellung des kompletten Rund-um-die-Uhr-Betriebs in 428 Gebäuden mit 24 Mio. m² Fläche (inkl. Terminals, Büros, Gepäck- und Frachttransport, Wartungshallen etc.) als auch der gesamten übrigen Technik und Infrastruktur des Flughafens. Da auf dem riesigen Areal des Flughafens ständig an zig Stellen gleichzeitig teils große Reparatur-, Modernisierungs-, Um- und Neubaumaßnahmen laufen, bieten die damit einhergehenden logistischen Abstimmungen immense Herausforderungen: Einerseits zur Steuerung der damit beauftragten ausführenden Firmen, andererseits zur Erfüllung der Forderung, dass der Flugbetrieb mit täglich über 150.000 Passagieren und 1.400 Starts und Landungen nur minimal beeinträchtigt werden darf.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Franzke vom Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) Dresden bot den Gästen einen „Streifzug durch die Welt der gebäudetechnischen Normen und Richtlinien“. Darin erläuterte er besonders die Inhalte und planerischen Anforderungen aus den neuen Regelwerken DIN EN 13779 und DIN EN 15251 zur Auslegung von Lüftungs-, Kälte- und Klimaanlagen in Nichtwohngebäuden und ergänzte diese um wichtige Punkte aus der 1.000 Seiten starken DIN V 18599 „Energetische Bewertung von Gebäuden“.

Zum Ende des Fachprogramms stellte Dipl.-Ing. Detlef Makulla, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei caverion (12 Mitarbeiter, jährliches Volumen etwa 1 Mio. Euro), die wesentlichen Aufgaben und Kompetenzen seiner F+E-Abteilung vor. An Beispielen der Eissporthalle Wolfsburg, der Neuen Messe Stuttgart, des neuen Terminals des Flughafens Hamburg und der Modernisierung des Bolschoi Theaters in Moskau verdeutlichte er den Zuhörern, wie wichtig bei solch anspruchsvollen Projekten zur Sicherstellung einer optimalen Lüftung, der thermischen Behaglichkeit und eines energieeffizienten Betriebs der TGA-Anlagen bereits bei der Projektentwicklung die Verknüpfung von Simulationsrechnungen, Laboruntersuchungen und Messungen mit „praktischem Ingenieurwissen und –erfahrungen“ ist.

Am Nachmittag erwartete die Gruppe eine dreistündige Führung mit Vorträgen durch das Lufthansa Flight Training Center, in dem die Piloten und Flugbegleiter ausgebildet und regelmäßig geschult und getestet werden. Höhepunkte waren die Besichtigung der Flugsimulatoren, Vorführungen zur Bekämpfung von „Feuer an Bord“ und eine Evakuierungsübung aus einem Jumbo, bei der die Gäste über die aufgeblasenen Rutschen aus mehr als fünf Metern Höhe das Flugzeug verlassen mussten. (SI)