Energieoptimierung im Handel

EHI-Studie: Optimierung der Kältetechnik hat hohe Priorität

17. Januar 2018

Für Lebensmittelhändler gehört die Optimierung der Kältetechnik – dem größten Stromfresser im LEH – zu den wichtigsten Maßnahmen, um Energie effizient zu nutzen. Das ist eines der Ergebnisse der gerade erschienenen EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2017“.

Fast die Hälfte (46 %) der elektrischen Energie verbraucht im Lebensmittelhandel die Kältetechnik. Deshalb hat die Optimierung dieser auch für alle befragten Händler eine hohe Priorität. Allerdings wird es für die Händler kostenaufwändig die bestehenden Anlagen umzurüsten bzw. zu ersetzen. Grund dafür ist die F-Gas-Verordnung, die die Verwendung natürlicher Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial für den zukünftigen Betrieb kältetechnischer Anlagen vorschreibt. Etwa drei Viertel des Kälteanlagenbestandes der Befragten wird derzeit noch auf Basis konventioneller Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial betrieben. Zweitgrößter Stromverbraucher im Food-Bereich ist die Beleuchtung mit einem Anteil von 25 %. Auch hier zählt die Optimierung für alle Befragten zu den drei wichtigsten Maßnahmen für eine bessere Energieeffizienz. Im Zuge dessen ist die LED bei Food-Händlern, sowohl bei Neubauten als auch bei Umbau- oder Renovierungsmaßnahmen, heute zum Standard geworden. Der restliche Stromverbrauch verteilt sich auf Klimatisierung und Lüftung (10 %) sowie sonstige Verbraucher wie Türen, Kassensysteme, Waagen, Produktion, Informationstechnik, Fahrtreppen bzw. Fahrsteige und sonstige Kleingeräte (19 %).
Im Nonfood-Handel ist die Beleuchtung mit 56 % der größte Stromfresser. Nach der Beleuchtung ist die Klimatisierung bzw. Lüftung mit 25 % der zweitgrößte Stromverbraucher, gefolgt von sonstigen Verbrauchern, auf die sich 19 % des Verbrauchs zurückführen lassen.
Neben dem Austausch der Beleuchtung zählen für 72 % der befragten Händler die Optimierung der sonstigen Gebäudetechnik und für die Hälfte ein aktives Energiemanagement für mehr Transparenz hinsichtlich Energieverbräuchen und -kosten zu den drei wichtigsten Maßnahmen zur Energieoptimierung.
Zudem gewinnt für viele Händler das Speichern überschüssiger Energie immer stärker an Bedeutung. Zumindest in Zukunft könnte das Thema im Handel eine größere Rolle spielen.
An der Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2017“ haben sich 52 marktführende Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Das entspricht über 29.000 Handelsfilialen bzw. etwa 46 Mio. m² Verkaufsfläche. Dem Nonfood-Bereich sind dabei 48 % der Befragten, dem Food-Bereich 52 % zuzurechnen.
Die vollständige Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2017“ kann im EHI-Shop bestellt werden. Mitglieder erhalten die Studie kostenlos.
www.ehi.org