Konjunktur

VDMA: Allgemeine Lufttechnik rechnet mit einem Umsatzplus von 5 % für 2018

13. März 2018

Nach einem Umsatzwachstum von 5 % im Jahr 2017 rechnet die Branche der Allgemeinen Lufttechnik aufgrund der sehr hohen Nachfrage – insbesondere aus dem Ausland – auch für 2018 mit einem Umsatzplus von 5 %. Für positive Impulse sorgen neue Produkte sowie Paketlösungen.

Für 2017 kann die Allgemeine Lufttechnik, als viertgrößte Teilbranche des Maschinenbaus, voraussichtlich ein Produktionsvolumen von 14,8 Mrd. Euro vermelden. Der Auftragseingang 2017 konnte im Vergleich zu 2016 um 7 % gesteigert werden, Impulsgeber waren die Auftragseingänge aus dem Ausland (plus 13 %). Die Aufträge aus dem Inland verzeichneten ein Plus von 1 %.
Vor diesem Hintergrund äußerten sich die Unternehmen zur Vorstandssitzung des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik grundsätzlich positiv zur Branchenentwicklung sowie zu den Aussichten für 2018.
Der guten Entwicklung entgegen wirken jedoch steigende Material- sowie Personalkosten. „Die Materialkosten sind stark in Bewegung. Einen extremen Anstieg vermerken wir derzeit bei Stahl“, erläuterte hierzu Andreas von Thun, Berliner Luft. Technik GmbH, im Rahmen der Vorstandssitzung.
Bedingt durch die hohe Nachfrage kommt es teilweise zu Lieferengpässen. Eine weitere Herausforderung sind die damit verbundenen logistischen Anforderungen sowie die Zuliefersituation. Die Branche beklagt einen Fachkräftemangel, wobei es in diesem Punkt regionale Unterschiede gibt.
Der Export der Branche wuchs 2017 um 2 %. Insgesamt rechnet die Allgemeine Lufttechnik mit einem Exportvolumen von rund 10,6 Mrd. Euro für 2017. 2017 waren die USA (plus 10 %) vor China (plus 3 %) das größte Abnehmerland, gefolgt von Frankreich, Tschechien, Polen und Großbritannien. Für Großbritannien sind aktuell noch geringe Zuwächse von 2 % zu verzeichnen. Zukünftig sind hier Einschnitte wahrscheinlich.
Die deutschen Ausfuhren nach Russland kletterten 2017, nach Jahren des Rückgangs, erstmals wieder um 19 %. Die Ausfuhren in die EU, der wichtigsten Abnehmerregion für die deutschen Unternehmen, sanken im gleichen Zeitraum um 2 % und entsprechen damit aktuell rund 57 % des gesamten Exportvolumens der Allgemeinen Lufttechnik.
Die Lieferungen in deutsche Anrainerstaaten wie Frankreich, Belgien, die Niederlande und Österreich, konnten im Jahr 2017 gesteigert werden. Rückläufig war im gleichen Zeitraum der Export nach Polen, Tschechien, Italien und Ungarn. Einschnitte gab es bei den Ausfuhren in die Türkei, mit einem Rückgang von 8 %.
Dagegen sanken die Einfuhren nach Deutschland im Jahr 2017 leicht um 1 % auf
7,4 Mrd. Euro.

Der Vorstand des VDMA Allgemeine Lufttechnik mit dem Vorstandsvorsitzenden des Fachverbandes Dr. Hugo Blaum (4.v.l.)

Der Vorstand des VDMA Allgemeine Lufttechnik mit dem Vorstandsvorsitzenden des Fachverbandes Dr. Hugo Blaum (4.v.l.)

Zusätzlicher Beleg – neben den Exportzahlen – für die große Bedeutung inter-nationaler Zielmärkte deutscher Unternehmen, sind deren Produktionsstätten im Ausland. In einer aktuellen Umfrage des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik gaben 37 % der befragten Unternehmen an, Auslands-produktionsstandorte zu betreiben, wobei reine Fertigungsstätten und Endmontagen die Mehrheit darstellt. „Dies gilt in besonderem Maße für unser Unternehmen“, sagt Dr. Hugo Blaum, Regional Head Asia Pacific, GEA Group und Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes. „Produktionsstandorte in den Zielmarktregionen werden für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung immer wichtiger. Wir brauchen also umfassendere Marktdaten, die über die Außenhandelsdaten hinausgehen und verstärkt auch die Vorortproduktionen deutscher Hersteller in internationalen Zielmärkten berücksichtigen“, so Blaum weiter.
Ausblick auf 2018
Für 2018 sind die Auftragsbücher bereits gut gefüllt. Nur wenige Unternehmen klagen über eine rückläufige Auftragslage. Die gute konjunkturelle Lage erstreckt sich über alle Teilbranchen der Allgemeinen Lufttechnik.
Das Thema Energieeffizienz bietet den Unternehmen grundsätzlich unverändert gute Absatzchancen. Gebremst werden diese teilweise nur durch unklare politische Rahmenbedingungen sowie darüber hinausgehende externe Risiken. Erwartet werden steigende Rohstoff-, Material- sowie Personalkosten.
Die künftige Entwicklung der Allgemeinen Lufttechnik wird durch die Digitalisierung, und insbesondere durch BIM (Building Information Modeling) in der Baubranche, geprägt sein. „Wir werden als Hersteller von Gebäudetechnik in der Lage sein müssen, digitale Produktdaten in den gewünschten Transferformaten für die Entwicklung digitaler Gebäudemodelle bereit zu stellen“, erläutert Andreas von Thun, Berliner Luft. Technik GmbH und Aufsichtsrat der planen-bauen 4.0 GmbH. „Dazu gehören neben den Geometriedaten auch Performancedaten. Denn für die Gebäudetechnik bietet sich die Chance, in der Planungsphase sehr früh in einen gemeinsamen, parallelen Abstimmungsprozess mit der Architektur einzutreten – nach Möglichkeit mit Hilfe von Funktionssimulationen in digitalen Modellen. Nur so können Gebäude für ihre Betriebsphase optimiert werden, die für 80 % der gesamten Lebenszykluskosten stehen“, ergänzt Dr. Thomas Schräder, Geschäftsführer des Fachverbandes. „In die Normung für den digitalen Produktdatenaustausch muss sich die Branche noch deutlich stärker einbringen“, fordert Schräder weiterhin. Daneben gelte es im Zuge der Digitalisierung die Entstehung von Monopolen, etwa in Form von Zertifizierungshürden bei der Bereitstellung digitaler Produktdaten für zentrale Produktdatenbanken, zu verhindern.
Die Allgemeine Lufttechnik umfasst die Teilbranchen Klima- und Lüftungstechnik (mit Prozesslufttechnik und Gebäudelufttechnik), Kälte- und Wärmepumpentechnik, Luftreinhaltung, Oberflächentechnik und Trocknung.
www.vdma.org