Interdisziplinärer Wissensaustausch

40. Uponor Kongress am Arlberg diskutiert BIM und Lüftungstechnik

6. April 2018

Unter dem Motto „Rückblick. Ausblick. Durchblick.“ fand der 40. Uponor Kongress vom 18. bis 23. März 2018 am Tiroler Arlberg statt. Rund 200 Teilnehmer warfen beim Jubiläums-Kongress gemeinsam den Blick auf die Zukunftsthemen der TGA-Branche.

Kongressleiter und Uponor Vice President Sales & Marketing D-A-CH Heinz-Werner Schmidt begrüßte die rund 200 Teilnehmer des Kongresses, der unter dem Motto „Rückblick. Ausblick. Durchblick.“ stand.

Kongressleiter und Uponor Vice President Sales & Marketing D-A-CH Heinz-Werner Schmidt begrüßte die rund 200 Teilnehmer des Kongresses, der unter dem Motto „Rückblick. Ausblick. Durchblick.“ stand.

Namhafte Referenten gaben dabei in ihren Vorträgen Impulse zur integralen Planung, Digitalisierung, Trinkwasserhygiene und Lüftungstechnik, die von den Experten und Entscheidern aus der TGA-Branche, der Bau- und Immobilienwirtschaft aufgenommen und auf hohem fachlichen Niveau diskutiert wurden.
Gleich zwei Jubiläen gab es in diesem Jahr für die Teilnehmer zu feiern: 40 Jahre Uponor Kongress und 100 Jahre Uponor. „Das kurze Schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen soll aber lediglich eine kleine Kurve auf die aus unserer Sicht viel wichtigere Perspektive sein, nämlich die Konzentration auf die Zukunft“, so Heinz-Werner Schmidt, Uponor Kongressleiter und Vice President Sales & Marketing D-A-CH, bei der Kongresseröffnung.

Univ. Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch forderte in seiner Key-Note, dass intelligente Gebäude zu dezentralen Kraftwerken in einem Smart Grid werden müssen.

Univ. Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch forderte in seiner Key-Note, dass intelligente Gebäude zu dezentralen Kraftwerken in einem Smart Grid werden müssen.

Nicht grenzenlose, aber dennoch viele (noch) nicht genutzte Energieressourcen in Gebäuden beschrieb Univ. Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch in seiner Key-Note „Gebäude und Quartiere im Wandel der Zeit – Innovative Technologien für Morgen“. Die Dezentralisierung der Energieversorgung sowie die Koppelung von Gebäuden und nicht zuletzt die Mobilität stellen neue Herausforderungen an das Bauen. Das Gebäude werde im Smart Grid Kraftwerk und Tankstelle zugleich. Der Universitätsprofessor an der TU Braunschweig und CEO von EGSplan Ingenieurgesellschaft formulierte das Gestaltungsmotto der Zukunft als „form follows energy“. Nur mit einer integralen Planung gelinge es, klimaneutrale Gebäude und Quartiere zu entwickeln, die Energieeffizienz mit einem hohen Nutzerkomfort verbinden könnten.
Digitalisierung als Chance für mehr Effizienz beim Bauen
Ein wesentlicher Baustein dafür ist die Digitalisierung von Gebäuden und der Technischen Gebäudeausrüstung. Mit zwei Fachvorträgen und vier ergänzenden Seminaren unterstrichen die Veranstalter die zukunftsweisende Bedeutung für die Baubranche.
Christoph Deggendorfer, Geschäftsführer SIDE – Studio for Information Design GmbH, München, präsentierte BIM-Pilotprojekte im Vergleich. Nach einer kurzen Einführung zur richtigen Herangehensweise an ein BIM-Projekt wurden unterschiedliche Herausforderungen und Lösungsansätze anhand von Projekten aus der Praxis gezeigt. Dabei ging er vor allem auf die Zusammenarbeit im Projektteam als Erfolgsfaktor ein. Die Digitalisierung biete durch Automatisierung und Optimierung der Planungs-, Errichtungs- und Betriebsprozesse die Möglichkeit zur Effizienzsteigerung, allerdings bedürfe es einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Prozesse, um die Potenziale voll zu nutzen.

Christoph Deggendorfer (l.), Geschäftsführer SIDE – Studio for Information Design GmbH, München, und Robert Wojciechowski, BIM Consultant der Vrame Consult GmbH, Berlin, diskutierten im Auditorium mit den Teilnehmern über Chancen und Herausforderung im Zusammenhang mit BIM.

Christoph Deggendorfer (l.), Geschäftsführer SIDE – Studio for Information Design GmbH, München, und Robert Wojciechowski, BIM Consultant der Vrame Consult GmbH, Berlin, diskutierten im Auditorium mit den Teilnehmern über Chancen und Herausforderung im Zusammenhang mit BIM.

Dies bestätigte auch Robert Wojciechowski, BIM Consultant der Vrame Consult GmbH, Berlin. Änderungen müssten auch in einem stark digitalisierten Prozess als Planungsverbesserung gelten. Dazu müsse ein starkes projektspezifisches Änderungsmanagement aufgesetzt werden. Er zeigte in seinem Vortrag, welche Anforderungen seitens der Bauherren, Betreiber und Investoren an BIM gestellt werden und gab einen umfassenden Einblick in seine Erfahrungen mit BIM-basierter Projektabwicklung aus nationalen und internationalen Projekten.
Mit welchen Randbedingungen und Planungsgrundsätzen diese Anforderungen vom Fachplaner umgesetzt werden können, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Michael Günther, Referent der Uponor Academy, anhand von Beispielen aus dem Wohnungs- und Nichtwohnungsbau. „Zwischen BIM und SIM – vom Gebäude-Energie-Konzept zur Lösung im Detail“, so der Titel seines Ergänzungsseminars. Wie Uponor seine Kunden bei der Arbeit unterstützt, sprich die „BIMifizierung und BIMplementierung“ der Geschäfts- und Servicemodelle, skizzierte Holmer Deecke, Director International Project Business bei Uponor. Günther Ohland, Vorsitzender der Smart Home Initiative Deutschland e. V., Berlin, beschrieb, wie und warum Smart-Home-Systeme zum Standard in der Gebäudeausstattung werden. Und Dr. Jörg L. Bodden, Rechtsanwalt bei Kapelmann und Partner Rechtsanwälte mbH, Düsseldorf, ergänzte das Thema Digitalisierung um die rechtlichen Aspekte von Vertragsmodellen beim Einsatz von BIM in Hinblick auf Honorar, Haftung und Vergabe.
Heizen und Lüften – Lösungsansätze für einen Wachstumsmarkt
Die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und Europas bedingen die Forderung nach einer dichten und energieeffizienten Bauweise, die den Einsatz aktiver Lüftungssysteme nach sich zieht. Zusammen mit dem Mitsponsor des Kongresses und neuen Kooperationspartner Pluggit widmete Uponor diesem noch jungen, aber stark wachsenden Marktsegment in der Haustechnik deshalb erstmals einen eigenen Kongresstag.

Prof. Dr. Thomas Hartmann (l.), Institut für Technische Gebäudeausrüstung, Dresden, und Prof. Dr. Ing. Klaus Fitzner (Mitte), Geschäftsführer der Klimakonzept Ingenieurgesellschaft b. R., Berlin, standen Rede und Antwort rund um alle Fragen zur Lüftungstechnik. Moderiert wurde die Diskussion von Michael A. Heun (r.), Leiter der Uponor Academy.

Prof. Dr. Thomas Hartmann (l.), Institut für Technische Gebäudeausrüstung, Dresden, und Prof. Dr. Ing. Klaus Fitzner (Mitte), Geschäftsführer der Klimakonzept Ingenieurgesellschaft b. R., Berlin, standen Rede und Antwort rund um alle Fragen zur Lüftungstechnik. Moderiert wurde die Diskussion von Michael A. Heun (r.), Leiter der Uponor Academy.

Prof. Dr. Ing. Klaus Fitzner, Geschäftsführer der Klimakonzept Ingenieurgesellschaft b. R., Berlin, führte mit seinem Fachvortrag in die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft ein. Die Digitalisierung schaffe die Voraussetzungen, um den personenbezogenen Mindestvolumenstrom exakt zu ermitteln und damit die Luftqualität zu optimieren. Die Ideen und Anforderungen der DIN 1946-6 als einschlägige Norm für die Auswahl und Auslegung von Lüftungssystemen für Wohnungen stellte Prof. Dr. Thomas Hartmann vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung, Dresden, anschaulich dar. Er beschrieb das Spannungsfeld zwischen den gestiegenen Anforderungen an die Energieeffizienz und der Herausforderung, lüftungsrelevante Schäden durch Schimmelpilze zu vermeiden. Zudem wurde im Rahmen des Vortrags der Ende 2017 vorgelegte Neuentwurf der Norm diskutiert und die wesentlichen Neuerungen beleuchtet.
Dass Heizen und Lüften kein Widerspruch mehr ist, führte Uwe Schumann, Referent der Academy der Pluggit GmbH, in seinem Fachvortrag aus. Das neue, gemeinsam entwickelte System „Uponor Comfort Air“ kombiniere die Vorteile von Flächentemperierung und kontrollierter Wohnraumlüftung und ermögliche ein zugfreies sowie geräuschloses Heizen, Kühlen und Lüften mit sehr hoher Behaglichkeit. Zudem ging der Lüftungsspezialist auf die wichtigsten Fragen zum Thema Wohnraumlüftung ein und erläuterte von A wie Anforderungen nach EnEV und EEWärmeG bis Z wie zentrale Zu- und Abluftsystem die gesetzlichen sowie normativen Rahmenbedingungen. Dabei ging er auch auf die derzeitige Fördersituation zu den aktuellen technischen Lösungswegen ein.
Als weiterer Themenblock des Kongresses wurde das vermeintliche Spannungsfeld von Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene in drei Fachvorträgen und einer begleitenden Produktausstellung intensiv aufbereitet und erörtert.
www.uponor.de