Rückblick

Vor 40 Jahren – Das Kälteanlagenbauerhandwerk wird Vollhandwerk

15. Oktober 2018

Im Jahr 2018 jährt es sich nun zum 40. Mal: Das Kälteanlagenbauerhandwerk wurde am 10. Juli 1978 Vollhandwerk mit einem eigenen Berufsbild und eigener Gesellenprüfungsverordnung. Der Dachverband der regionalen Innungen BIV wurde allerdings einige Jahre später gegründet.

Der BIV hat Ansteck-Pins produziert, mit denen jeder Kälteanlagenbauer mit Stolz an die Tradition seines Berufes erinnern kann.

Der BIV hat Ansteck-Pins produziert, mit denen jeder Kälteanlagenbauer mit Stolz an die Tradition seines Berufes erinnern kann.

Zu verdanken ist dies vor allem Horst Schneider aus Krempe in Schleswig-Holstein, dem ersten Obermeister der Innung für Kälte- und Klimatechnik Schleswig-Holstein, der sich sehr stark für die Anerkennung als Vollhandwerk eingesetzt hat. Genau wie seine wichtigsten Mitstreiter Theo Mack und Erwin Mackscheidt.
Zuvor gab es natürlich auch schon Kälte- und Klimaanlagen, die montiert, gewartet und instandgesetzt werden mussten. Dies wurde durch „Kältemechaniker“ ausgeführt, die in der Berufsgruppe der Mechaniker eingegliedert waren und ausgebildet wurden.
Eingestuft wurde dieses junge Handwerk in die Anlage A der Handwerksordnung, d.h. als gefahrengeneigtes Handwerk mit der Meisterpflicht für die Gründung und Führung eines Handwerksbetriebes, sowie der Berechtigung zur Lehrlingsausbildung.
Erst einige Jahre später, genau im Februar 1982, wird dann der Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV) in Ratingen bei Düsseldorf als Dachverband der inzwischen zahlreichen regionalen Innungen gegründet. Horst Schneider wird der erste Bundesinnungsmeister und später Ehren-Bundesinnungsmeister. 1987 erhielt er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz.
Die rasante Entwicklung der Kältetechnik, der Einzug elektronischer Regeltechnik, Anforderungen an die Energieeffizienz und nicht zuletzt härtere Auflagen für den Umweltschutz haben dieses Berufsbild bereits in den Jahren seit der Anerkennung tiefgreifend verändert, so dass 2007 eine neue, vielfach überarbeitete Gesellenprüfungsverordnung erstellt werden musste, die diesen Anforderungen gerecht wurde. Gleichzeitig wurde der Ausbildungsberuf umbenannt in „Mechatroniker/in für Kältetechnik“. Trotz intensiver Bemühungen konnte der Begriff „Klima“ nicht mit in die Berufsbezeichnung übernommen werden, da es Überschneidungen mit anderen Gewerken gibt. Aber allein die neue Bezeichnung des Ausbildungsberufes hat sich positiv auf die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ausgewirkt. In der Folge wurde dann auch die Meisterprüfungsverordnung den neuen Anforderungen angepasst.
Heute ist die Kälte- und Klimatechnik aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken, ob bei der Lebensmittelversorgung, wie Bäcker und Metzger, im Gesundheitswesen, OP-Klima, Blutbanken oder Pharmazie, in der Industrieproduktion oder bei der Kühlung von IT-Anlagen und in vielen anderen Bereichen laufen heute moderne, hocheffiziente Anlagen, die von ca. 3.000 Fachbetrieben mit rund 28.000 Mitarbeitern, darunter ca. 5.000 Auszubildende, betreut werden.
Auch auf der Chillventa wollen die Verbände in diesem Jahr der Anerkennung des Handwerks gedenken. So haben sie auf einem Plakat einige Fotos aus jener Zeit zusammengetragen, um an die Gründerväter zu erinnern. Ferner hat der BIV Ansteck-Pins produziert, mit denen jeder Kälteanlagenbauer mit Stolz an die Tradition seines Berufes erinnern kann. Die Pins sind für einen geringen Unkostenbeitrag am geneinsamen Messestand von BIV und ZVKKW in Halle 9, Stand 320 erhältlich.
www.biv-kaelte.de