Brandbrief an Politiker

Expertenkomitee Coolektiv prangert illegale Kältemittel an und fordert Gegenmaßnahmen

25. Januar 2019

Das Expertenkomitee Coolektiv wendet sich in einer ersten Aktion an die EU-Kommission und die politisch verantwortlichen Institutionen. Die Initiative moniert zu wenige Kontrollen und Maßnahmen, um das illegale Inverkehrbringen von Kältemitteln zu unterbinden.

Die Initiative Coolektiv hatte sich im Oktober 2018 gebildet und im Rahmen der Fachmesse Chillventa öffentlich präsentiert.

Die Initiative Coolektiv hatte sich im Oktober 2018 gebildet und im Rahmen der Fachmesse Chillventa öffentlich präsentiert.

Die Initiative, die sich nach ihrer Gründung im Oktober 2018 die Bewältigung der F-Gas-Verordnung auf ihre Fahnen geschrieben hat, prangert in einem offenen Brief an, dass zu wenig Kontrollen und Maßnahmen durchgeführt werden, um das illegale Inverkehrbringen von Kältemitteln zu unterbinden.

Coolektiv gibt an, dass 2018 rund 22,5 Mio. Tonnen CO2– Äquivalente illegal in die EU eingeführt wurden – vor allem Produkte mit hohen Treibhauspotenzialen wie R-134a, R-404A und R-410A. „Bisher erfolgen viel zu wenig Kontrollen zur Verhinderung von illegalen Kältemittel-Importen in die Europäische Union“, kritisiert Hans-Jürgen Kemler von der Westfalen Gruppe, Münster, und fordert die Unterstützung der Politik, um diese Einfuhren schnellstens zu stoppen. Dafür müssten die unzureichenden Kontrollen an den EU-Grenzen verschärft werden.

„Politisch gesehen beschädigt der Schmuggel die Glaubwürdigkeit aller Institutionen und Unternehmen, die bei der Umsetzung der F-Gas-Verordnung beteiligt sind“, ergänzt Kemler. Nicht gesetzeskonforme Mengen fluorierter Treibhausgase liefen den Zielen des Ausstiegs zuwider. Auch würden Unternehmen enorm benachteiligt, die früh damit begonnen haben, in neue Technologien zu investieren.

Coolektiv befürchtet ferner, dass die illegalen Produkte verunreinigt sind und die Anwender gefährden: So kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen aufgrund von unzulässigen Gemischen und falscher Deklaration. Derartige Unfälle, gefolgt von Material- und Personenschäden, sind in der aktuellen Situation nicht auszuschließen.

Außerdem führe die Verwendung von Kältemitteln außerhalb der festgelegten und erforderlichen Spezifikationen zu negativen Auswirkungen beim Betrieb der Geräte und damit zu einem höheren Energieverbrauch. Ferner könnten nicht spezifikationsgerechte Kältemittel nicht mehr aufgearbeitet werden, wodurch ein wichtiges Ziel der F-Gas-Verordnung verfehlt werde. Ein weiteres Gefahrenpotenzial böten illegale fluorierte Treibhausgase in Einweggebinden – diese sind bereits seit 2007 europaweit verboten.

„Die aktuelle Kältemittelsituation im Zusammenhang mit der nicht quotenkonformen Versorgung gefährdet die erfolgreiche Umsetzung der EU-F-Gas-Verordnung“, sagt Laurent Zielezinski von der Chemours International Operations Sàrl, Le Grand-Saconnex (Schweiz). „Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Industrie, Brüssel und Berlin sollte beschleunigt werden, um dieses Problem so schnell wie möglich zu beheben.“ Coolektiv fordert Unterstützung von den zuständigen europäischen Institutionen, damit die Missstände zeitnah behoben werden.

Folgende Unternehmen gehören dem Expertenkomitee Coolektiv an: Chemours International Operations Sàrl, Le Grand-Saconnex (Schweiz); Frigoteam Handels GmbH, Berlin; Honeywell Deutschland GmbH, Offenbach; Rewe Group, Köln; Schrezenmaier Kältetechnik GmbH & Co. KG, Schwerte; Westfalen Gruppe, Münster, sowie der Verband Asercom AISBL, Brüssel, und der Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks, Bonn.

Weitere Informationen zur Initiative Coolektiv unter

compass.westfalen.com