LIVE-Fachtagung „Energieeffizienz im Einzelhandel“ – Supermärkte vergeuden 50 Prozent an Energie

19. Dezember 2007

In Supermärkten könnte etwa die Hälfte der Energie für die Lebensmittelkühlung eingespart werden. Energiepreissteigungen von bis zu 50 Prozent innerhalb von drei Jahren setzen die Branche jetzt unter Druck. Gefragt sind Lösungen zu den Themen Energieeffizienz und Treibhausgas-Reduzierung. Die Landesinitiative zur Verbesserung der Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen „LIVE“ veranstaltet am 19. Februar 2008 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart eine Fachtagung mit dem Titel „Energie im Sonderangebot“.

Steigende Energiekosten nehmen einen immer größeren Einfluss auf die Preisgestaltung von Lebensmitteln. Nicht nur bei Neubauten stehen deshalb viele Lebensmittelhändler vor der Entscheidung, wie ein Markt energetisch sinnvoll gestaltet werden kann bzw. welche Maßnahmen bei bestehenden Märkten ergriffen werden sollten. Energiefachleute gehen davon aus, dass der Energieverbrauch in den rund 57.000 Läden des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland halbiert werden könnte – und das bei kurzen Amortisationszeiten. Allein durch die Nutzung der Abwärme aus der Lebensmittelkühlung für Heizzwecke könnten Brennstoffkosten in Höhe von drei Mrd. Euro pro Jahr eingespart werden.

Vor diesem Hintergrund lädt die Landesinitiative zur Verbesserung der Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen LIVE am 19. Februar 2008, um 13.30 Uhr zu einer kostenlosen Fachveranstaltung unter dem Titel „Energie im Sonderangebot“ ins Haus der Wirtschaft in Stuttgart ein. Als Referenten konnten u.a. Prof. Dr.-Ing. Michael Kauffeld von der Hochschule Karlsruhe gewonnen werden, ein versierter Fachmann aus dem Bereich der Lebensmittelkühlung, der neben Fragen zur Energieeffizienz auch über das Thema Treibhauspotenzial von synthetischen Kältemitteln spricht. Weitere Referenten kommen aus den Bereichen Planung und Umsetzung ökoeffizienter Märkte.

Im Mittelpunkt der Tagung steht das nachhaltige Energiekonzept des Edeka Aktiv-Marktes Koch in Schömberg bei Balingen, das auf einem geothermischen Kälte-Wärmeverbund basiert und ganz ohne konventionellen Heizkessel auskommt. Der Lebensmittelmarkt von Gerd und Klaus Koch gilt als beispielhaft für eine neue Generation von Kälte-Wärme-Verbundsystemen, die das Erdreich zur Zwischenspeicherung von Energie sowie zur Effizienzverbesserung nutzen. Das von der Kältefirma Hafner-Muschler in Balingen entwickelte Kältekonzept wurde 2006 – zusammen mit dem ganzheitlichen ökologischen Marktkonzept der Koch-Brüder – mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württem¬berg ausgezeichnet und beim Deutschen Umweltpreis mit einer Anerkennung gewürdigt.

Die Anmeldung zur Fachtagung ist bis zum 11. Februar 2008 beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gewünscht. Ansprechpartner ist Harald Höflich (E-Mail: harald.hoeflich@wm.bwl.de). Weitere Infos: www.wm.baden-wuerttemberg.de (SI)