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CO2-Vermeidungskosten in der Gebäudetechnik

Die CO2-Steuer soll nach Auffassung der Politik helfen, den derzeitigen Stillstand in der Reduzierung des Energieverbrauchs zu überwinden.  In der Vermittlung zwischen Bundestag und Bundesrat im Dezember 2019 haben sich die Parteien auf einen Preis für CO2-Emissionen geeinigt: Ab 2021 soll der Ausstoß einer Tonne CO2 im Gebäude- und Verkehrssektor 25 Euro kosten. Bisher war ein Einstiegspreis von 10 Euro vorgesehen. Dem Gebäudebereich kommt in Bezug auf die CO2-Einsparung eine besondere Bedeutung bei. Das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass spätestens 2050 keine CO2-Emissionen mehr aus Gebäuden stammen dürfen.

Bereits die McKinsey Studie „Kosten und Potenziale der  Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland“ aus dem Jahr 2009 hat für Deutschland ein enormes CO2-Einsparpotenzial aufgezeigt. Für ausgewählte Technologien wurden negative Vermeidungskosten aufgezeigt. In einer aktuellen Studie im Auftrag des BTGA und FGK haben 2019 die RWTH Aachen, der Umweltcampus Birkenfeld und das ILK Dresden die Potenziale zur CO2-Einsparung in der Lüftungstechnik untersucht. Dabei wurden für folgende Komponenten die Kosten und Effekte einer CO2-Einsparung untersucht:

  • Wärmerückgewinnung
  • Ventilator
  • Kältetechnik

Insbesondere für die Wärmerückgewinnung, aber auch für den Ventilator ergeben sich negative CO2-Vermeidungskosten, d.h. diese Maßnahmen sind besonders wirtschaftlich, da sich neben der CO2-Einsparung auch Betriebskosteneinsparungen ergeben.

Alle durchgeführten Studien zeigen das große Potenzial, welches im Gebäudebereich erschlossen werden kann. Fragwürdig ist daher, warum sich Eigentümer und Betreiber so schwer damit tun, die Möglichkeiten der CO2-Einsparung intensiver zu nutzen.

 

Fragen

  1. Halten Sie eine CO2-Steuer für zweckmäßig? Wenn ja, in welcher Höhe sollte sie sein?
  2. Welche Empfehlungen geben Sie hinsichtlich der besten CO2-Einsparmöglichkeiten?
  3. Kann durch verstärkte Digitalisierung eine CO2-Einsparung erreicht werden?
  4. Welche Ursachen sehen Sie, dass trotz teilweise negativer CO2-Vermeidungskosten die CO2-Einsparmöglichkeiten im Gebäudebereich nicht umfassend genutzt werden?

Diskutieren Sie mit: Redaktionsschluss ist der 12.06.2020

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