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Energiespeicher in der TGA

HINTERGRUND: Im Rahmen der Energiewende wird immer wieder über die Rolle der Energiespeicherung gesprochen. Dabei geht es sehr häufig nur um die Stromspeicherung bzw. Power to X-Technologien.

Doch auch im Gebäude ist die Speicherung von Energie ein Thema. Seit langer Zeit werden z.B. Eisspeicher zur Verringerung der Lastspitzen eingesetzt.

Für die TGA-Infrastruktur eines Gebäudes sind vielfältige Speichersysteme denkbar. In Form der Bauteilaktivierung wird das Gebäude selber zum Speicher. Daher geht es zuerst um eine kritische Analyse der Nutzeranforderungen. Welche Ziele (Wirtschaftlichkeit, Funktionssicherheit, Minimierung Investitionskosten, u.a.) stehen im Vordergrund? Daran anschließend muss die Infrastruktur analysiert werden. Und in einem abschließenden Schritt sind die unterschiedlichen Erkenntnisse mit den technischen und baulichen Möglichkeiten in Übereinstimmung zu bringen.

Die zu lösenden Fragestellungen werden je nach Standort und Nutzung unterschiedlich sein. Ein einzelnes Gebäude mit einer klaren Nutzerstruktur bietet andere Herausforderungen als z.B. eine Quartierslösung.

Speicher kosten Geld. Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist daher auch zu klären, ob die investiven Mehrkosten der Speicherung durch Minderkosten der aktiven Komponenten (Wärme- und Kälteerzeugung, Transformatorenstation) oder durch eingesparte Betriebskosten refinanziert werden können. Allerdings geht es auch um globale Fragestellungen wie den Klimaschutz und die CO2-Einsparung. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass im Rahmen der neuen BAFA-Kälte-Klima-Richtlinie auch Speicher für Wärme und Kälte gefördert werden, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern kann.

Allerdings kann auch der Aspekt der Versorgungssicherheit im Vordergrund der Entscheidung stehen. Die Stromversorgung, aber auch die Wärme- und Kälteerzeugung, gilt es diesbezüglich zu analysieren.

Übliche Energiespeicher haben einen entscheidenden Nachteil: Verluste lassen sich kaum verhindern. Je länger die Energie vorgehalten werden muss, desto gravierender wird dieser Effekt. Ein vorausschauendes Speichermanagement kann helfen, diesen Effekt zu minimieren. Dazu müssen häufig in der Zukunft liegende Einflüsse berücksichtigt werden, so dass eine sichere Vorhersage nur mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit möglich ist.

Und nicht zuletzt: auch Speicher sind endlich. Wenn der Speicher leer oder zu 100 % gefüllt ist, müssen andere Strategien zur Versorgung vorgehalten werden.

Fragen:

  1. Halten Sie Speicher in der TGA für wirtschaftlich sinnvoll?
  2. Welche Art der Energiespeicherung in Gebäuden verspricht den größten Nutzen?
  3. Nach welchen Kriterien (Spitzenlastvermeidung, Funktionssicherheit, o.a.) sollten Speicher ausgelegt werden?
  4. Welche Hinweise für das aktive Speichermanagement können Sie geben?

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Redaktionsschluss ist der 21.10.2019.

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