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Künstliche Intelligenz in der Kälte- und Klimatechnik

HINTERGRUND: Kaum ein Thema wird derzeit so intensiv diskutiert, wie die Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz. Hinsichtlich der bereits existierenden und der als Potenziale sich abzeichnenden Anwendungsbereiche gehört die künstliche Intelligenz zu den wegweisenden Antriebskräften der Digitalen Revolution, so die gängige Meinung.

Ohne Sensoren und zugehöriger MSR-Technik funktionieren die heutigen Kälte- und Klimaanlagen nicht mehr. Egal ob Druck-, Temperatur-, Feuchte- oder Massenstromsensoren, das Angebot ist riesig. Dazu noch die Vielfalt der Informationsverarbeitungsmöglichkeiten bis hin zur Gebäudeautomation. Doch braucht unsere Branche die künstliche Intelligenz?

Ein Beispiel könnte die Überwachung kältetechnischer Kreisläufe sein. Dort, wo früher ein Kältemonteur mit jahrelanger Erfahrung schon am Geräusch des Verdichters Probleme frühzeitig erkannt hat, könnten Systeme der künstlichen Intelligenz ansetzen.

Ein weiteres Beispiel könnte die intelligente Betriebsführung von RLT-Anlagen sein. Schon heute wird versucht, mit Hilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz „selbstlernende Steuerungen“ zu entwerfen. Unter Einbeziehung der BIM-Daten, der Wetterprognose, der Umgebungsbedingungen und der Muster des Nutzerverhaltens soll damit ein energieeffizienter Anlagenbetrieb sichergestellt werden.

Dafür sind jedoch Sensoren, quasi die Augen und Ohren des Monteurs, erforderlich. Und erst aus scheinbar unendlichen Datenmengen lassen sich Muster und Probleme erkennen.

Doch schon jetzt kann man den Eindruck gewinnen, dass der Anteil der MSR-Technik und der übergeordneten Gebäudeautomation am Gesamtkostenbudget der Gebäude überproportional in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Wird die künstliche Intelligenz die Preise weiter nach oben treiben? Braucht man, braucht die Branche alle diese Möglichkeiten? Früher kamen die Kälte- und Klimaanlagen doch auch mit wenigen Sensoren und analoger Verarbeitungstechnik aus. Muss heute alles intelligent, vernetzt und digital sein? Häufig geben die Nutzerwünsche die Richtung vor. Dabei steht das Thema der Verbesserung der Energieeffizienz und der Verringerung des Energieverbrauches im Vordergrund.

Fragen:

  1. Welche Anwendungsbereiche der künstlichen Intelligenz sehen Sie?
  2. Welchen Mehrwert erwarten Sie durch künstliche Intelligenz im Bereich der Kälte- und Klimatechnik?
  3. Welche Veränderungen werden sich für die Betreiber kälte- und klimatechnischer Anlagen ergeben?
  4. Welche Erwartungen haben Sie an die „Intelligenz“ der Sensoren bzw. die Vernetzung der Sensoren untereinander? Wie steht es dabei um die Sicherheit der Gebäude bei vollständiger Vernetzung der installierten Komponenten?

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Redaktionsschluss ist der 08.08.2019.

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