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Ressourcenverbrauch der Gebäude

HINTERGRUND:: In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Gebäudebestand in Deutschland seit vielen Jahren mit einem überdurchschnittlichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch in Verbindung gebracht. Die primäre Forderung lautet daher: Wärmedämmung! Als nachrangige Forderung stehen die Erhöhung der Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energie. Ob diese Priorisierung richtig ist, wird selten hinterfragt. Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, dass die heutigen Gebäude auf statischen, technologischen und energetischen Einzelerfahrungen der vergangenen 50 Jahre basieren.

Deutschland ist jedoch ein rohstoffarmes Land. Das schließt neben der Energie auch die Rohstoffe für die Baukonstruktion ein. Trotzdem wird der Gedanke der Ressourcenschonung im Gebäudebereich noch nicht vollumfänglich genutzt. Die Optimierung unserer Gebäude erfolgt vielmehr unter singulären Gesichtspunkten. Der ökologische Fußabdruck der Kälte- und Klimatechnik dürfte nur Insidern bekannt sein.

Bei einem Wandel des Energiemarktes, der zunehmend von stark fluktuierenden Energieangeboten aus erneuerbaren Quellen bestimmt wird, lassen sich Gebäude auch unter anderen Gesichtspunkten optimieren.

Wenn der ökologische Fußabdruck für die Bereitstellung der Energie geringer ist, als derjenige, der aus einer weiteren rohstoffintensiven Wärmedämmung resultiert, dann entsteht neues Optimierungspotenzial. Oder einfacher gesagt: Phasen des Energieüberschusses könnten zugunsten anderer Ressourcen günstig genutzt werden.

Zu beachten ist aber auch, dass die Nutzerakzeptanz durch diese Optimierungsansätze nicht leiden darf. Kalte Wände aufgrund zu geringer Wärmedämmung sind sicher nicht zielführend!

Fragen:

  1. Kennen Sie den ökologischen Fußabdruck Ihrer Technik über deren Lebensdauer?
  2. Ist die beschriebene Abwägung von Wärmedämmung vs. Nutzung erneuerbarer Energien sinnvoll? Welcher Bilanzkreis wäre dabei zur umfassenden Bewertung unserer Gebäude notwendig?
  3. Welche Möglichkeiten sehen Sie bei der Realisierung von ressourcenschonenden Gebäuden? Sind die notwendigen Daten, Komponenten und Qualifikationen bereits verfügbar?
  4. Welches Potenzial sehen Sie für die Zukunft, um den Gebäudebestand in Deutschland aktiv in den Energiemarkt einzubinden? Lassen sich grundsätzlich neue Funktionen in diese Gebäude integrieren?

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Redaktionsschluss ist der 22.10.2018.

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