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Filternormung nach der ISO 16890 „Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik“

HINTERGRUND: Seit Dezember 2016 ist die o.g. Norm auch in Deutschland gültig. Eine wesentliche Neuerung gegenüber der EN 779 besteht darin, dass die Filterwirkungsgrade in Relation zu der von WHO bzw. Umweltbehörden verwendeten Feinstaubklassen PM1, PM2,5 sowie PM10 bestimmt werden. Ebenso gibt es Änderungen bei den zu verwendenden Prüfaerosolen, Prüfstäuben und dem elektrostatischen Endladungsprozess. Die Definition des Feinstaubs geht auf den in den USA 1987 eingeführten „National Ambient Air Quality Standard (NAAQS)“ der EPA-Umweltschutzbehörde zurück. Die Abkürzung PM steht für Particulate Matter (Aerosol / Schwebstoff).

Seitdem versucht die Branche, die nationalen Normen und Richtlinien mit einem Bezug zu Luftfiltern an diese ISO-Norm anzupassen. Dazu erscheint demnächst auch die VDI 3803 Blatt 4 im Weißdruck neu.

Schwer tun sich insbesondere die Praktiker und Anwender. Haben Sie verstanden, welche Filter zukünftig in Ihren RLT-Anlagen zum Einsatz kommen sollen? War die Welt mit F7 oder F9 doch so schön einfach!

Auch wenn die Klassifizierung entsprechend der alten Norm möglicherweise wissenschaftlich nicht ganz richtig war: die Luftqualität in den Räumen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Es wurden in den Jahren praktische Erfahrungen gesammelt, an welchem Standort welcher Filter eine ausreichende Luftqualität liefert und eine zufriedenstellende Standzeit erreicht. Die VDI 6022 limitierte die Standzeit der ersten Filterstufe auf 1 Jahr und machte für die Zuluftfiltration die Filterklasse F7 obligatorisch – das war – nach anfänglichen Widerständen – einfach zu erklären und pragmatisch.

Dieser einfache Ansatz ist verloren gegangen. Und alle aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen Schritte zur Perfektionierung des Filtereinsatzes machen den Aufwand zur Erklärung nur noch größer. Quasi bewegen wir uns in einem Dilemma.

Fragen:

  1. Ist die angestrebte Verbesserung der Filterauslegung in der Praxis umsetzbar?
  2. Welche Eingangsgrößen müssen vorliegen, um das richtige Filter aussuchen zu können? Kann die lokale Außenluftqualität in der Filterauswahl ausreichend berücksichtigt werden?
  3. Welche Filterqualität empfehlen Sie beim Austausch eines bisherigen F7-Filters?
  4. Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der neuen Eingruppierung von Filtern? Können bewährte Sortimente aufrechterhalten werden, oder machen sich Neuentwicklungen erforderlich?

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Redaktionsschluss ist der 14.06.2019.

Ihre Antworten senden Sie bitte per E-Mail an birgit.bakhtiari@huethig.de.