
Prof. Dr.-Ing. Tomas Smetana und Dr. Niclas‑Alexander Mauß zeigen, wie ebm-papst durch Circular Economy neue Wege für nachhaltige Wertschöpfung eröffnet. (Bild: Weltmarktführer 2026/Vogt)
Globale Krisen und die zunehmende Verknappung kritischer Rohstoffe machen die Verletzlichkeit internationaler Lieferketten deutlicher denn je. So hatten beispielsweise die seit Mitte 2025 von China verschärften Exportbeschränkungen für seltene Erden die Abhängigkeit vieler Industriezweige deutlich offengelegt. Für ebm-papst wächst die Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft, die Materialien und Produkte möglichst lange im Umlauf hält und sowohl Ressourcenverbrauch als auch Abfälle deutlich reduziert.
Leitlinie formuliert Anspruch
Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung resilienter, regionaler Wertschöpfungsstrukturen. Seit der Unternehmensgründung gilt der Anspruch: „Jedes Produkt muss seinen Vorgänger ökologisch und ökonomisch übertreffen.“ Diese Leitlinie treibt ebm-papst auch heute an, technologische Innovation mit verantwortungsvollem Ressourceneinsatz zu verbinden und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für Kunden weltweit nachhaltig abzusichern.
Weichenstellung liegt im Produktdesign
Da natürliche Ressourcen weltweit endlich sind, beginnt nachhaltiges Wirtschaften bereits in der Entwicklung neuer Produkte. „Die Weichen für die Kreislaufwirtschaft stellt das Produktdesign, nicht der Recyclingprozess. Daher betrachten wir den kompletten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zur Wiederverwendung und setzen dabei auf die konsequente Nutzung der Digitalisierung", erläutert Prof. Dr.-Ing. Tomas Smetana, CTO der ebm-papst Gruppe, in seinem Impuls gemeinsam mit Dr. Niclas-Alexander Mauß, Co-Founder Circular Republic, beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer.
Initiative Circular Republic
Circular Republic ist eine Plattform zur Förderung der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy). Die Initiative unterstützt Start-ups, Unternehmen und Institutionen dabei, zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwickeln, Innovationen umzusetzen und ökologische sowie ökonomische Potenziale der Circular Economy zu erschließen. Das Unternehmen hilft, Produkte und Materialien länger im Kreislauf zu halten und vernetzt relevante Partner, um Ideen für eine echte Kreislaufwirtschaft schneller umzusetzen. Ziel ist es, Ressourcenschonung, resilientere Lieferketten und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Zudem veröffentlicht Circular Republic die größte europäische Start-up-Landkarte zur Circular Economy und will damit Transparenz, Finanzierung und Kollaboration im Markt stärken.
Materialabhängigkeiten reduzieren
Schon in der frühen Phase lassen sich kritische Materialabhängigkeiten reduzieren und Reparatur- sowie Wiederverwendungsfähigkeit systematisch mitdenken. Ein besonders wirksamer Ansatz ist die Aufbereitung von Produkten, die bereits im Feld eingesetzt wurden. Durch diesen Schritt kann der Product Carbon Footprint (CO₂ Bilanz eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus) eines Ventilators um mehr als 90 % gesenkt werden.
Kooperationen sind ein Schlüssel
Für diesen Wandel ist für den Ventilatoren- und Motorenhersteller ebm-papst Zusammenarbeit entscheidend. Nur im Schulterschluss mit Kunden, Lieferanten und Partnern wie Circular Republic könnten neue zirkuläre Geschäftsmodelle und Innovationen entstehen. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Innovationsnetzwerken baut ebm-papst daher die nächste Generation kreislauffähiger Produkte und Services auf. Ein zentraler Baustein ist der Aufbau maßgeschneiderter zirkulärer Dienstleistungen rund um den Ventilator, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden.
Circular Economy ist für ebm-papst ein zentraler Hebel für Ressourceneffizienz, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten, eine höhere Resilienz der Lieferketten und für langfristiges Wachstum – im Sinne der Kunden, Partner und einer zukunftsfähigen Industrie.