Lüftung

Der Orientierungsleitfaden „Lüftung unter Pandemiebedingungen“ informiert übersichtlich und leicht verständlich über Vor- und Nachteile unterschiedlicher Maßnahmen sowie über Bedingungen für den sicheren Betrieb. (Bild: Arbeitskreis Klimatechnik )

Reicht die Fensterlüftung? Welche Vorteile haben Lüftungsanlagen? Für welche Räume eignen sich Luftreiniger? Die Diskussionen um die Schullüftung zeigen, dass Entscheider und Betroffene es schwer haben, die am besten geeignete Lüftungsmaßnahme zu wählen. Um dabei zu helfen, hat der Arbeitskreis Klimatechnik den Orientierungsleitfaden „Lüftung unter Pandemiebedingungen“ veröffentlicht, den 28 Professorinnen und Professoren unterstützen. Der Leitfaden informiert übersichtlich und leicht verständlich über Vor- und Nachteile unterschiedlicher Maßnahmen sowie über Bedingungen für den sicheren Betrieb.

Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen

Sowohl die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) e. V. appellieren an die Entscheidungsträger, Lüftungsmaßnahmen mit Wärmerückgewinnung zu fordern und zu fördern. Denn beim Lüften in der Pandemie sind neben kurzfristigen Überlegungen auch Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Im Leitfaden wird erläutert, wie Luftreinigung, Fensterlüftung, Ventilator-unterstützte Fensterlüftung und Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) genutzt werden können, um den Anteil an Aerosolpartikeln in der Raumluft zu verringern. Die Lüftung wird dabei nicht als Alternative zum Tragen von Masken betrachtet, sondern als zusätzliche Maßnahme (AHA + L). Sie kann einen wertvollen Beitrag leisten, insbesondere wenn sie wie bei RLT-Anlagen nutzerunabhängig läuft.

Die Autorinnen und Autoren des Leitfadens weisen darauf hin, dass nach aktuellem Wissensstand ein Außenluftvolumenstrom oder ein gefilterter, virenfreier Umluftvolumenstrom von mindestens 800 m³/h pro erkrankter Person im Raum gefordert wird, um das Risiko einer Infektionsübertragung für eine gewisse Aufenthaltsdauer zu minimieren. Unabhängig von der Corona-Problematik empfehlen sie wie auch der FGK eine Außenluftzufuhr von rund 30 m³/h pro Person, um eine gute Raumluftqualität sicherzustellen und den CO2-Gehalt in der Raumluft zu begrenzen. Dies ist wichtig für die Konzentrationsfähigkeit und damit für erfolgreiches Lernen. Luftreiniger als „schnelle“ Lösung im Bestand sind daher nur in Kombination mit Fensterlüftung und CO2-Sensoren zu empfehlen, da sie im Gegensatz zu RLT-Anlagen keine Außenluft in den Raum bringen.

Anlagen mit Wärmerückgewinnung empfohlen

Als nachhaltige Lösung, die auch nach der Pandemie ihre Vorteile ausspielt, wird für Bestandsgebäude der Einsatz dezentraler RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung empfohlen. Bei Neubauten oder Sanierungen sollten künftig immer zentrale RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung eingeplant werden. Ein Link zum Orientierungsleitfaden „Lüftung unter Pandemiebedingungen“ ist im Menüpunkt „Downloads“ zu finden unter

www.lebensmittel-luft.info

Sie möchten gerne weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos:

Mit der Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen der Portale im Industrie-Medien-Netzwerks. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Sie sind bereits registriert?